Transhumanismus und Transgender: Die Revolte gegen die Realität

Die Jahresversammlung 2025

Am Samstag den 28. Juni fand die Jahresversammlung des Vereins Schutzinitative in Olten statt. Mit rund 100 anwesenden Mitgliedern und Interessenten und zahlreichen tollen Begegnungen war der Anlass ein voller Erfolg. Ein Höhepunkt der Versammlung war sicherlich das Referat von Prof. Dr. med. Paul Cullen, aus Münster in Deutschland, mit dem Titel: «Durch Transhumanismus zum ‹perfekten› Menschen oder zur Maschine?».

Transhumanismus

Transhumanismus ist ein Begriff, welcher sich aus den lateinischen Wörtern «trans», auf Deutsch «jenseits, über, hinaus», und «humanus» also «menschlich» zusammensetzt. Diese philosophische Ideologie vertritt die Ansicht, der Mensch könne mit Hilfe des technologischen Fortschrittes seine Defizite ausgleichen, seine Fähigkeiten optimieren und die natürlichen Grenzen des Menschen erweitern und übertreten. Anhänger des Transhumanismus streben ein neues technologisiertes Zeitalter an, in welchem der «neue Mensch» den Tod überwinden und ewig leben könne. Was auf den ersten Blick wie ein Science-Fiction Film mit Arnold Schwarzenegger klingen mag, scheint immer mehr Leute zu überzeugen, eröffnen uns doch moderne Technologien im Bereich der künstlichen Intelligenz, der Robotik, der Nanotechnologie und der Genetik noch nie dagewesene Möglichkeiten.

Transhumanismus und Transgender

In vielerlei Hinsicht ist der Transhumanismus vergleichbar mit der Transgender-Ideologie, versuchen doch beide die gegebene Realität zu verneinen, natürliche Grenzen zu überschreiten und das subjektive Empfinden, bzw. die subjektiven Ziele, als Massstab der objektiven Realität zu setzten. Denn wo der Transhumanist den Tod besiegen will, will der Transgender das biologische Geschlecht überwinden.

Frau Christen nach ihrer Detransition

Begegnung mit Janick Christen

Bei unserer Jahresversammlung durften wir mit Janick Christen einen speziellen Gast begrüssen. Nachdem sie eine der ersten Personen in der Schweiz war, die zunächst eine hormonelle und dann eine chirurgische Transition durchlief, lebte sie einen Grossteil ihres Lebens als Mann. Danach bereute sie diesen Schritt und machte die getätigten Veränderungen soweit als möglich rückgängig. Gegenüber «Schutzinitiative Aktuell» beantwortete Janick Christen folgende Fragen:

Können Sie uns etwas über Ihren Weg der Identitätssuche erzählen?

Janick Christen: Ich hatte eine verzerrte Selbstwahrnehmung, da ich glaubte, ein Junge zu sein. Meine Jugend war sehr schwierig und geprägt von einem Selbstmordversuch, einer Einweisung in eine psychiatrische Klinik und der anschliessenden vierjährigen Unterbringung in einer Pflegefamilie. Als ich mir eine Fernsehsendung ansah, hörte ich zum ersten Mal von Transsexualität. Ich war 17 Jahre alt. Ich versuchte, meine Weiblichkeit zu akzeptieren, aber ohne Erfolg. Mit 21 Jahren begann ich mit der Transition und mit 24 Jahren liess ich mich operieren. Mein neuer Name war Franck. Ich war erleichtert und glücklich, die Frau zu heiraten, die mehr als elf Jahre an meiner Seite sein sollte.

Eines Tages, als wir in Kanada waren, hörte ich tief in meinem Herzen ganz deutlich dieses Versprechen: «Wenn du mir vertraust, werde ich deine ursprüngliche Identität wiederherstellen.» Ich wusste, dass es mein Schöpfer war, der zu mir sprach. Ich hatte gar keine Lust, mein Geschlecht zu ändern, aber ich wusste ohne jeden Zweifel, dass es das Beste für mich war. Zunächst widerwillig machte ich schliesslich weiter und begann nach der Scheidung mit meiner Detransition. Es war eine echte Prüfung, aber heute bin ich mit der Rückkehr zu meiner Identität als Frau völlig im Reinen.

Basel-Stadt verfolgt einen trans-affirmativen Ansatz, das heisst einen Ansatz, den Wunsch von Minderjährigen, ihr Geschlecht zu ändern, bedingungslos zu bejahen. Wie bewerten Sie diese Entwicklung?

Janick Christen: Wir wissen, dass die Jugend oft eine heikle Zeit ist, ganz besonders bei der Identitätsfindung. Eine Transition zu begünstigen und zu erleichtern, bedeutet, die Tür zu einem durch irreversible Schritte zerstörten Leben zu öffnen. Ich sage es nochmals: Wenn eine Person ihr Geschlecht ändert, können die meisten durchgeführten Eingriffe nicht mehr rückgängig gemacht werden. Aus diesem Grund finde ich es schrecklich, dass die heute vorgeschlagenen Schritte so schnell und aufdringlich sind. Oft wird nicht einmal eine ernsthafte psychologische Betreuung angeboten, die darauf abzielt, junge Menschen auf einem Weg zu begleiten, der bedeutet, sich mit seiner Identität zu versöhnen und diese zu akzeptieren. Alles geht in Richtung einer Transition. Wenn dieser Prozess jedoch erst einmal begonnen hat – vor allem auf sozialer Ebene –, kann es für einen besonders verletzli-chen jungen Menschen sehr schwierig sein, sich einzugeste-hen, dass sie oder er sich geirrt hat.

Basel-Stadt verfolgt einen trans-affirmativen Ansatz, das heisst einen Ansatz, den Wunsch von Minderjährigen, ihr Geschlecht zu ändern, bedingungslos zu bejahen. Wie bewerten Sie diese Entwicklung?

Janick Christen: Erstens stellt er sich als Schutzmassnahme gegenüber Jugendlichen dar, die unter ihrer Identität leiden. Mich macht es betroffen, dass Hormontherapien und chirurgische Eingriffe, die zu Verstümmelungen führen, als Schutzmassnahmen dargestellt werden. Dieser Leitfaden erklärt, dass die Geschlechtsidentität ein Prozess ist, der zu sehr unterschiedlichen Zeitpunkten im Leben auftreten kann. Dies zeigt, dass man Entscheidungen mit unumkehrbaren Folgen nicht überstürzen sollte. Das Schulpersonal wird aufgefordert, sich Fragen zu stellen wie z. B.: «Wie reagiere ich, wenn ein Junge mit einem Kleid in die Schule kommt, und warum?». Sollte ein Lehrer nicht eher seine Unterrichtskompetenzen und mögliche Strategien hinterfragen, das Lernen zu fördern? Ich denke auch an all die Kinder, die nicht von Identitätsproblemen betroffen sind und die im schulischen Rahmen damit konfrontiert werden. Sie werden aufgefordert, einen Mitschüler mit einem anderen Geschlecht zu identifizieren, obwohl die biologische Wahrheit unveränderlich ist. Sie müssen sich an ein verlogenes Denksystem halten. Wie könnte das nicht auch bei ihnen zu Verwirrung führen? Ist dies nicht ein Missbrauch? Bei Umkleidekabinen und Duschen wird vorgeschlagen, dass die betroffenen Kinder sich in der Umkleidekabine des identifizierten Geschlechts umziehen bzw. dort duschen können. Dies erscheint mir als Gewalt gegenüber den anderen anwesenden Kindern.

Eine Empfehlung in diesem Basler Leitfaden lautet, den sozialen Transitionsprozess in der Schule so schnell wie möglich einzuleiten, ohne zwangsläufig die Eltern einzubeziehen. Ein anderer Rat lautet, sich an die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) zu wenden, wenn sich die Eltern gegen eine solche soziale Transition ihrer Kinder in der Schule wehren. Was denken Sie über diese zunehmende Bevormundung der Eltern durch den Staat?

Janick Christen: Ich sehe dies als eine äusserst gefährliche und besorgniserregende Fehlentwicklung. Viele Identitätsprobleme sind auf Herausforderungen zurückzuführen, die innerhalb der Familie entstehen. Hier sollte angesetzt werden, um den Eltern zu helfen, sich in ihren Kompetenzen und Rollen zu behaupten, damit sie selbst inspirierende und starke Vorbilder für ihre Kinder sein können. Indem der Staat sich dafür entscheidet, Kinder vor ihrem familiären Umfeld zu «schützen», stellt er die elterliche Kompetenz infrage. Wie können diese ihre Rolle ausüben, wenn sich der Staat in die Entwicklung des Kindes einmischt?