Riskant: Sexualfreundliche Kinderbücher

Von Prof. Dr. Karla Etschenberg, Köln

Menschen, die an gewaltfreien «einvernehmlichen» sexuellen Handlungen von und mit Kindern in der Familie, in der Kita, im Sportverein oder sonst wo interessiert sind, brauchen unauffällige Zugänge («Türöffner») zum Kind, durch die sie seine Ansprechbarkeit testen können. Mit pornografischem Material könnten sie sich strafbar und sowohl bei Kindern als auch bei unbeteiligten Erwachsenen, die das bemerken, verdächtig machen.

Ideal «geeignet» sind Abbildungen von «sexuell» aktiven Kindern mit unverhüllter Präsentation ihrer Geschlechtsorgane in sexualfreundlichen Kinderbüchern. Diese kann man – pädagogisch legitimiert – gemeinsam mit einem Kind anschauen und besprechen. Wenn das Kind das mag, helfen sie, die Intimität des Umgangs zu steigern bis hin zum «einvernehmlichen» Missbrauch (der hier wohl nicht näher beschrieben werden muss).

Helmut Kentler war als Mitverantwortlicher für das Buch «Zeig Mal!» (1974) der Erste, der solches Bildmaterial geboten hat. Während nun allerorts von Pädagogen und Behörden Schutzkonzepte zur Missbrauchsprävention erarbeitet werden, erscheinen unhinterfragt Kinderbücher mit geeignetem «Türöffner» – Bildmaterial u. a. vom Achse Verlag in Wien («Gefördert von der Stadt Wien Kultur»). Drei Bände präsentieren Kinder als aktive «Sexualwesen»: «Wuschelkopf und Pupspopo» (3. Aufl. 2024), «Bruno will hoch hinaus» (3. Aufl. 2024) und «Lina die Entdeckerin» (6. Aufl. 2024, siehe Abbildung).

Schon 1991 dokumentierte das Buch «Lisa und Jan» (U. Sielert1 & F. Herrath) mit realistischen Zeichnungen die für Kinder riskante Tendenz, sie als aktive «Sexualwesen» zur Schau zu stellen. Die hier zitierten aktuellen Bücher zeigen die Weiterentwicklung. Es ist m. E. unverantwortlich, Kinder bei intimen Handlungen zur Schau zu stellen und durch solche Bilder pädosexuell lnteressierten zu Hause oder in der Kita Material für Anbahnungsgespräche zu liefern.

Ausführlichere Informationen:
www.schutzinitiative.ch/medien/downloads/