Bericht aus Bern

Bild: bern.ch

Hochideologischer Berner Leitfaden

Seltsamen Blüten der Berner Stadt-Verwaltung

Andrea Geissbühler
Alt-Nationalrätin
Bäriswil (BE)

Als neu gewählte Grossrätin des Kantons Bern freut es mich Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, wieder aus der Bundeshauptstadt berichten zu dürfen.

Die Stadt Bern mit ihren rund 135’000 Einwohnern leistet sich eine gut dotierte Stadtverwaltung: über 4’500 Personen arbeiten nicht für den Bund, sondern allein für die Stadt. An der denkmalgeschützten Effingerstrasse 21, die kürzlich für 2,6 Millionen Franken saniert wurde, hat eine relative kleine Abteilung ihre Büros bezogen: die Abteilung «Kultur Stadt Bern». Rund 20 Personen arbeiten dort. Dort denkt man an Museen wie das Berner Historische Museum und nicht zu vergessen die Reithalle, welche in Bern trotz organisiertem Chaotentum weiterhin staatliche Unterstützung erhält.

Hätten Sie bei Kultur auch an «Diversität und Inklusion» gedacht? Ich jedenfalls nicht, die Kulturförderer der Stadt Bern schon. Im Februar dieses Jahres haben diese nämlich einen 22-seitigen Leitfaden für «diversitätsorientierte Kulturförderung für öffentliche und private Trägerschaften» unter dem Titel «Vielfalt fördern, Gerechtigkeit stärken» herausgebracht.

Gegen Vielfalt habe ich persönlich nichts, im Gegenteil: Vielfalt macht die Schweiz und ihre Kultur aus. Was wäre unser Land ohne unsere vier Sprachregionen? Was ohne die vielen verschiedenen Dialekte? Was ohne den Berner Zibelemärit, die Basler Fasnacht oder das Zürcher Sechseläuten? Und selbstverständlich gehört auch dazu, dass Menschen, welche in die Schweiz gekommen sind und durch ihre Kultur uns so leckere Dinge wie Pizza oder thailändisches Curry mitgebracht haben. Diese Liste liesse sich beliebig lange ergänzen, denn die Vielfalt unseres Landes ist schier unendlich. Und darauf bin ich persönlich stolz.

Durchaus fragwürdig scheint mir aber, wenn mit dem Leitfaden «Vielfalt fördern, Gerechtigkeit stärken» auf ideologische Art Kultur gefördert werden soll.

Trotzdem scheinen mir solche hehren Vielfalts- und Gerechtigkeitsvorgaben für die Kulturförderung grundsätzlich weniger problematisch, weil es Erwachsene sind, die sich solchen Vielfalts-Regelungen auch entziehen können.

Ganz anders beurteile ich solche Gerechtigkeit- und Vielfaltsvorgaben, wenn es um Bildungsinstitutionen im Kanton und in den Gemeinden geht.

Durch den obligatorischen Schulunterricht können Kinder einer möglichen Indoktrination nicht ausweichen, weshalb «Gerechtigkeits- und Vielfaltsapostel» in unseren Schulen nichts verloren haben.

Falls Ihnen aus der Schule Ihrer Kinder solche seltsamen Blüten bekannt werden, danken wir Ihnen für einen kurzen Hinweis an unser Vereinssekretariat (Tel. 061 702 01 00 / info@schutzinitiative.ch).

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aNR Andrea Geissbühler, Mitglied des Grossen Rates im
Kanton Bern, Kindergärtnerin, Polizistin,
Präsidentin Verein Schutzinitiative, Bäriswil (BE)