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Wahlen im Herbst: Jetzt kommt es darauf an!
Andrea Geissbühler
Nationalrätin
Bäriswil (BE)
Das Schweizer Parlament wird am 22. Oktober 2023 neu gewählt. Vor 16 Jahren wurde mir erstmal die Ehre zuteil, die Schweizer Bevölkerung im Nationalrat vertreten zu dürfen. Aufgrund einer Amtszeitbeschränkung meiner Partei im Kanton Bern werde ich zu den Gesamterneuerungswahlen diesen Oktober nicht mehr antreten können.
Im Gegensatz zu vielen Politikerinnen und Politikern, die schon so lange wie ich in der Politik sind, fällt es mir jedoch leicht, Abschied von Bundesbern zu nehmen. Denn ich übergebe das Zepter auf der Liste der SVP an meine Mutter, Sabine Geissbühler-Strupler, der ich enorm viel zu verdanken habe.
Meine Mutter hat mir die Werte unserer politischen Kultur in der Schweiz mitgegeben. Es ist eine Kultur des Zuhörens und des Aufeinander-Zugehens. Diese Kultur habe ich in den vergangenen 16 Jahren im Bundeshaus stets gepflegt, auch wenn meiner Partei, der SVP, stets von links und häufig auch von den Medien vorgeworfen wurde, nicht konsensorientiert zu sein. Dabei findet sich das Gute bekanntlich oft nicht in den Extremen, das gescheiterte kommunistische Experiment hat uns das nur allzu deutlich vor Augen geführt, sondern eben in moderaten Lösungsvorschlägen. Dieser Weg ist aber kein einfacher und schon gar kein bequemer. Er setzt Konflikt- und Konsensfähigkeit voraus. Zwei Eigenschaften, die ich von meiner Mutter gelernt habe.
Wenn ich das Parlament heute mit jenem von vor 16 Jahren vergleiche, dann ist unsere Arbeit ungleich schwieriger geworden: Einstehen für die Schweiz, einstehen für den Mittelstand, einstehen für die Familie und damit für den Schutz unserer Kinder – es werden immer weniger Politikerinnen und Politiker in Bundesbern, die genau das tun und das Schweizer Volk vertreten. Vielmehr stelle ich einen schleichenden Kulturwandel fest. Insbesondere in den Kommissionen des Parlaments, wo die echte parlamentarische Arbeit im Stillen gemacht wird, werden linke politische Ideen und Ideologien zunehmend salon- und leider auch mehrheitsfähig.
Hier sind Sie, liebe Leserin und lieber Leser, als Wählerin und Wähler gefragt: Am 22. Oktober haben Sie es in der Hand, ob die Schweiz weiter nach links driftet und die Frühsexualisierung unserer Kinder weiter an Fahrt aufnimmt, oder ob dieser im neu gewählten Parlament künftig ein Riegel vorgeschoben wird.
Der Verein Schutzinitiative wird sich in der kommenden Legislatur noch stärker dafür einsetzen, dass die WHO-Standards mit ihrem Ansatz der «ganzheitlichen Sexualaufklärung» für die Schweiz nicht verpflichtend werden. Ebenso werden wir uns dafür stark machen, dass die Sexualaufklärung im Rahmen der Schulbildung Sache der Kantone bleibt und möglichst auf biologische Fakten beschränkt wird.
In diesem Sinne, wählen Sie bitte richtig: Wählen Sie vor allem Personen, welche sich dafür einsetzen, dass die Eltern bei der Erziehung auch weiterhin das Sagen haben und sich für einen zurückhaltenden, altersgerechten und nicht ideologischen Sexualkundeunterricht einsetzen. Unseren Kindern und unserer Gesellschaft zu Liebe.