Aus Idea Spektrum vom 22.7.2015

Münchenstein (idea) – Mit der Volksinitiative „Schutz vor Sexualisierung in Kindergarten und Primarschule“ sollte dem Aufklärungsunterricht durch Kindergarten und Volksschule Einhalt geboten werden. Dies sei allein schon durch die Lancierung der Volksinitiative gelungen. Nun zieht das Komitee die bereits zustande gekommene Initiative wieder zurück. Man sei zur Überzeugung gelangt, es sei besser „nicht die kurzfristige Entscheidung an der Urne zu suchen, sondern die Kräfte in einer langfristigen Kampagne mit Schutzfunktion für Kinder bis zum vollendeten neunten Altersjahr und darüber hinaus zu bündeln“. Dies teilt das Initiativkomitee auf seiner Webseite mit. Zum Komitee gehören Nationalrat Sebastian Frehner, alt Natiolrätin Suzette Sandoz und Nationalrätin Roberta Pantani.

Das Initiativkomitee wechselt nun seine Strategie und gründet den „Verein Schutzinitiative“. Dieser soll die weitere Entwicklung des Sexualkundeunterrichts in der Schweiz überwachen und die erforderlichen Massnahmen ergreifen, „um Auswüchse zu verhindern“. Die vierteljährliche Zeitschrift «Schutzinitiative aktuell» mit einer Auflage von 30’000 Exemplaren wird weiter geführt.

Als konkrete positive Veränderungen seit Lancierung der Volksinitative nennt das Komitee unter anderem die breite Sensibilisierung der Öffentlichkeit und den Umstand, dass sich Bund und Kantone veranlasst sahen, sich mit der vom BAG propagierten Einführung von Sexualkundeunterricht ab Kindergarten zu befassen.

Vor dem Rücknahme-Entscheid hat das Initiativkomitee eine repräsentative Meinungsumfrage in Auftrag gegeben. Diese ergab, dass derzeit alle von der Volksinitiative formulierten Anliegen von einer Mehrheit der stimmberechtigten Bevölkerung unterstützt werden. Das wäre ein gutes Signal für die Durchführung einer Volksbefragung gewesen. Trotzdem wird die Initiative nun zurückgezogen. Es sei zur Überzeugung gelangt, besser keine kurzfristige Entscheidung an der Urne zu suchen, sondern die Kräfte in einer langfristigen Kampagne zu bündeln. Die Umwandlung des Komitees in einen Verein und die Fortsetzung der operativen Tätigkeiten durch diesen Verein hätten das Komitee fast einstimmig bewogen, diesen Strategiewechsel gutzuheissen.

Initiativkomitee zieht Schutzinitiative zurück und gründet «Verein Schutzinitiative»

Durch die Lancierung der Volksinitiative «Schutz vor Sexualisierung in Kindergarten und Primarschule» konnte der Sexualisierung unserer Kinder in frühen Jahren durch Kindergarten und Volksschule Einhalt geboten werden. Dieser Erfolg ohne Volksabstimmung hat das Komitee der Volksinitiative «Schutz vor Sexualisierung in Kindergarten und Primarschule» dazu veranlasst, die Volksinitiative zurückzuziehen. Das Komitee wird nun in den «Verein Schutzinitiative» umgewandelt. Dieser soll die weitere Entwicklung des Sexualkundeunterrichts in der Schweiz überwachen und die erforderlichen Massnahmen ergreifen, um Auswüchse zu verhindern. Der Verein wird Initiativ- und Referendumsstärke besitzen und seine Schutzfunktion effizient wahrnehmen können. Die vierteljährliche Zeitschrift «Schutzinitiative aktuell» mit einer Auflage von 30’000 Exemplaren wird weitergeführt.

Seit der Lancierung der Volksinitiative «Schutz vor Sexualisierung in Kindergarten und Primarschule» im Jahr 2011 wurden zahlreiche positive Ergebnisse erzielt:

  1. Die breite Öffentlichkeit wurde für das Thema des Sexualkundeunterrichts sensibilisiert.
  2. Bund und Kantone wurden veranlasst, sich mit der vom BAG propagierten Einführung von Sexualkundeunterricht ab Kindergarten zu befassen. Das Zustandekommen der Initiative mit 110’000 gültigen Unterschriften zeigt eindrücklich, dass die Bevölkerung die schleichende Einführung dieses Unterrichts nicht einfach hinnimmt.
  3. Weiter wurde erreicht, dass aus den Basler «Sexboxen» für Kindergarten und Primarschulen das pornografische Material entfernt und die unsensible Bezeichnung «Sexbox» abgeändert wurde.
  4. Das Kompetenzzentrum Sexualpädagogik und Schule an der Pädagogischen Hochschule in Luzern, welches im Auftrag des BAG geschaffen worden war, wurde geschlossen und das BAG einmal mehr in die Schranken verwiesen.
  5. Bei der Erstellung des Lehrplans 21 wurde darauf geachtet, dass vor dem 10. Altersjahr der Kinder
    keine Einheiten von Sexualkundeunterricht vorgesehen werden. Im gesamten Lehrplan wurde auf die Verwendung des ideologisierten Ausdrucks «Gender» verzichtet.

Das Initiativkomitee hat vorgängig zu seinem Entscheid eine repräsentative Meinungsumfrage beim Institut DemoScope in Auftrag gegeben. Das Institut kam durch Befragung von 1’168 Schweizer Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern aus allen Landesteilen zum Ergebnis, dass derzeit alle von der Volksinitiative formulierten Anliegen von einer Mehrheit der stimmberechtigten Bevölkerung unterstützt werden. Einzelheiten dazu werden zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht. Das Komitee zieht die Initiative nun dennoch zurück, weil es zur Überzeugung gelangt ist, besser nicht die kurzfristige Entscheidung an der Urne zu suchen, sondern die Kräfte in einer langfristigen Kampagne mit Schutzfunktion für Kinder bis zum vollendeten neunten Altersjahr und darüber hinaus zu bündeln. Die Umwandlung des Komitees in einen Verein und die Fortsetzung der operativen Tätigkeiten durch diesen Verein bewogen das Komitee fast einstimmig, den Strategiewechsel gutzuheissen.


Für weitere Auskünfte wenden Sie sich bitte an: www.schutzinitiative.ch
Nationalrat Dr. iur. Sebastian Frehner, 079 620 71 04
Prof. Dr. iur. Suzette Sandoz, a. Conseillère nationale, 021 728 82 02
Roberta Pantani, Consigliera nazionale, 079 621 02 85


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Am Abend des 1. Juni 2015 fand im Ständerat dieDebatte über die Volksinitiative «Schutz vor Sexualisierungin Kindergarten und Primarschule»statt. Nur ein einziger Ständerat, Peter Föhn(SVP/ SZ, Mitglied des Initiativkomitees), sprachsich für die Initiative aus. In der Abstimmungvotierten schliesslich 37 Ständeräte dagegen,1 dafür, 3 enthielten sich, 4 waren abwesend undder Präsident stimmte nicht mit. Lesen Sie hier Auszüge aus dem Votum von Ständerat PeterFöhn.

«Es wurde in den letzten Jahren zu viel Geschirr zerschlagen,es wurden zu viele Konflikte ausgetragen, und zwar auf demBuckel von kleinen Kindern und deren Familien. Ich darf aberauch sagen, dass sich in der Zwischenzeit doch einiges, undich sage das hier ganz deutlich, dank dieser Initiative zumBesseren gewendet hat: Man wurde vorsichtiger, man wurdezurückhaltender, man konnte wiederum diskutieren. Anfänglichgab es teilweise keine Diskussion; man hat einfachKinder – ich sage es jetzt hier ein bisschen überspitzt –‹vergewaltigt›, wenn ich das aus Sicht von Eltern wiedergebe.

Eltern wollten ihre Kinder von diesem Unterricht dispensierenund erhielten eine klare Absage, und das verstandman nicht. Man stelle sich vor: Da wird Sexualkundeunterrichtfür Kinder ab vier Jahren geplant! Es gibt Material, dassogar von der Schweizerischen Post als pornografisch undanstössig bezeichnet wird, und Eltern können ihre Kindernicht von einem solchen Unterricht dispensieren lassen!Im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) wurdeein Grundlagenpapier ausgearbeitet, welches aufzuzeigenhatte, wie man Sexualkundeunterricht ab Kindergarten einzuführenhat oder wie man ihn einführen kann. (…) Das Kompetenzzentrumwurde aufgrund des Protests dannsinnigerweise geschlossen. (…) Mit Unterstützung von Personenaus allen Kantonen und sehr vielen politischen Parteienwurde deshalb diese eidgenössische Volksinitiativelanciert und mit 110 000 Unterschriften zustande gebracht.Und, das sage ich deutlich, diese Initiative haben wir demBAG zu ‹verdanken›! Was will die Volksinitiative? Sie will einfachein bisschen mehr Freiheit! Denn dieser Unterricht, dieserintimste Unterricht sollte nach wie vor Sache der Elternsein. Die Volksinitiative richtet sich nicht gegen den Sexualkundeunterrichtan den Schulen, sondern hat zum Ziel, dieErziehungsverantwortung der Eltern zu stärken. Diese Initiativewill nämlich erstmals Präventionsunterricht gegenKindsmissbrauch ab Kindergarten; sie will einen freiwilligenSexualkundeunterricht ab dem neunten Altersjahr, damit dieEltern, welche sich überfordert fühlen, ihre Kinder in denfreiwilligen Unterricht schicken können; sie will den obligatorischenUnterricht im Fach Biologie ab dem zwölften Altersjahr.

Was nützt der Sexualkundeunterricht in frühen Jahren?Ich sage mit andern Fachkräften und als ehemaliger Lehrer:Er nützt gar nichts! Es gibt nämlich keine wissenschaftlichenStudien, die den Nutzen eines frühen Sexualkundeunterrichtsbelegen. (…) Deshalb sieht auch der Lehrplan vor demzehnten Altersjahr zu Recht keinen Sexualkundeunterrichtvor. Diese Volksinitiative und der Lehrplan 21 decken sichzum grössten Teil.

Ich bitte Sie deshalb, dieser Volksinitiative Vertrauen zuschenken und sie zur Annahme zu empfehlen!»

Am 5. Mai 2015 hat die vom Bundesamt fürGesundheit (BAG) finanzierte Stiftung SexuelleGesundheit Schweiz (SGS) gemäss eigenen Angabeneine «Allianz für Sexualaufklärung» in derSchweiz lanciert. Sie soll fast 40 Organisationenvereinigen, welche sich auf regionaler und nationalerEbene für Sexualaufklärung einsetzen wollen.Sexuelle Gesundheit Schweiz bekämpft aktivdie Schutzinitiative. Zur Allianz gehören auch ProJuventute und Pro Familia.

Wozu eine «Allianz für Sexualaufklärung»?
Erklärtes Ziel der in der Allianz zusammengeschlossenenOrganisationen ist es, die umstrittenen «Standards für Sexualaufklärungin Europa»1 der Weltgesundheitsorganisation(WHO) schweizweit zu verbreiten, damit die «sexuellenRechte» von Kindern sichergestellt werden können. Weitersollen solche Organisationen vernetzt werden, welche zurFörderung der «ganzheitlichen Sexualaufklärung» beitragenkönnen. Gemäss SGS-Homepage geht es dabei um «eineSexualaufklärung bereits in den ersten Lebensjahren».Womit auch gleich klargestellt ist, für welche Inhalte sichdie unterzeichnenden Organisationen künftig einsetzen werden.Die WHO-Standards schlagen zum Beispiel Masturbationals durchgehend zu behandelndes Thema vor, und zwarbereits ab der Altersstufe 0-4 Jahre. Empfängnisverhütungund Verständnis für «akzeptablen Sex» soll ab 6 Jahren thematisiertwerden, «erste sexuelle Erfahrungen» und «Genderorientierung» sind ab 9 Jahren im Programm.Wir rufen alle Kräfte in diesem Land auf, die Umsetzungdieses monströsen Programmes an den Schweizer Kindergärtenund Primarschulen zu verhindern.

Wer ist in dieser «Allianz für Sexualaufklärung»?
Neben vielen kleinen Fachstellen von Sexualpädagogenhaben sich auch Organisationen wie «KinderschutzSchweiz», «Pro Familia Schweiz», «Kinderärzte Schweiz»,«Schweizerischer Fachverband der Mütter- und Väterberatung», «Schweizerischer Verband der Mütterberaterinnen», «Schweizerischer Hebammenverband», «ProJuventute», «Dachverband Lehrer und LehrerinnenSchweiz», dieser Allianz angeschlossen. Aus Sicht kritischerEltern und Fachexperten aus dem Erziehungs- und«den Zielen des Aktionsprogramms der UNO-Konferenz vonKairo 1994, International Conference on Population and Development(ICPD), und den darin formulierten Grundsätzender sexuellen und reproduktiven Gesundheit». Weiter verpflichtetsich die Stiftung der IPPF-Charta vom November1995 und dem «Grundrecht auf sexuelle und reproduktiveGesundheit». Der Begriff «Sexuelle und reproduktiveGesundheit» ist in einem Aktionsprogramm des ICPD definiertund beruht auf einer Definition der Weltgesundheitsorganisation(WHO). Das WHO-Regionalbüro für Europa istauch Verfasser der äusserst umstrittenen «Standards für dieSexualaufklärung in Europa»1. Diese Standards propagierendas Grundrecht auf sexuelle und reproduktive Gesundheit abfrühstem Kindesalter und werden vom BAG immer wieder als«internationale wissenschaftliche Referenz» zitiert.Die Stiftung SGS verfolgt den Zweck, für ein «Grundrechtauf sexuelle und reproduktive Gesundheit einzustehen undes zu fördern, sowohl in der Öffentlichkeit als auch in öffentlichenund privaten Institutionen und in politischen Behördenauf allen Ebenen». Diese Bestrebungen müssen gemässeigenen Angaben allumfassend sein: also nicht nur national,sondern auch international sollen die sexuellen RechteTherapeutenbereich ist diese Entwicklung äusserst beunruhigendund disqualifiziert diese Organisationen.

Wer ist Sexuelle Gesundheit Schweiz?
Es handelt sich um eine «gemeinnützigeStiftung» nach schweizerischemRecht mit Sitz in Lausanne. Sie ist dasSchweizer Mitglied der InternationalPlanned Parenthood Federation(IPPF), einem internationalen Lobby-Netzwerk mit zahlreichen Abtreibungsklinikenund zur Förderungder Sexualerziehung. Finanziell undpersonell besteht eine enge Verflechtungmit dem Bundesamt für Gesundheit(BAG) und der AIDS-Hilfe Schweiz. Allein in denJahren 2013 und 2014 subventionierte das BAG diese Stiftungmit 2,7 Millionen Franken! Ihre beiden Geschäftsstellen, welchefür die operative Umsetzung zuständig sind, befindensich in Lausanne und Bern.Schauen wir uns doch mal die Grundsätze (Art. 2) in denStatuten etwas näher an: Darin verpflichtet sich die Stiftung «den Zielen des Aktionsprogramms der UNO-Konferenz vonKairo 1994, International Conference on Population and Development(ICPD), und den darin formulierten Grundsätzender sexuellen und reproduktiven Gesundheit». Weiter verpflichtetsich die Stiftung der IPPF-Charta vom November1995 und dem «Grundrecht auf sexuelle und reproduktiveGesundheit». Der Begriff «Sexuelle und reproduktiveGesundheit» ist in einem Aktionsprogramm des ICPD definiertund beruht auf einer Definition der Weltgesundheitsorganisation(WHO). Das WHO-Regionalbüro für Europa istauch Verfasser der äusserst umstrittenen «Standards für dieSexualaufklärung in Europa»1. Diese Standards propagierendas Grundrecht auf sexuelle und reproduktive Gesundheit abfrühstem Kindesalter und werden vom BAG immer wieder als«internationale wissenschaftliche Referenz» zitiert.Die Stiftung SGS verfolgt den Zweck, für ein «Grundrechtauf sexuelle und reproduktive Gesundheit einzustehen undes zu fördern, sowohl in der Öffentlichkeit als auch in öffentlichenund privaten Institutionen und in politischen Behördenauf allen Ebenen». Diese Bestrebungen müssen gemässeigenen Angaben allumfassend sein: also nicht nur national,sondern auch international sollen die sexuellen Rechte propagiert und durchgesetzt werden und zwar in jedemBereich: «politisch, fachlich, sozial und strukturell». AufgeführtePartnerorganisationen sind: IPPF, EuroNGOs2, UnitedNations Population Fund (UNFPA) und die European ParliamentaryForum on Population and Development (EPF).Diese internationalen und weltweit vernetzten Organisationenhaben schon vor Jahren den Grundstein gelegt für denzukünftigen «Aufklärungsunterricht» an Schweizer Kindergärtenund Primarschulen. Sexuelle Gesundheit Schweiz istauserkoren, mit Steuergeldmillionen des BAG die Umsetzungdieser Grundsätze in der ganzen Schweiz voranzutreibenund umzusetzen.

Peter Föhn setzt sich zurzeit für die Initiative «Schutz vor Sexualisierung in Kindergarten und Primarschule» ein. Bereits jetzt sagt er: «Ziel erreicht!»

OLIVER BOSSE

Ein Initiativkomitee rund um den Schwyzer Ständerat Peter Föhn hat vor einiger Zeit die Initiative «Schutz vor Sexualisierung in Kindergarten und Primarschule» lanciert. Sie fordert unter anderem, dass Sexualkunde erst ab dem vollendeten neunten Altersjahr unterrichtet werden darf und auch danach für eine gewisse Zeit freiwillig bleibt. Bei der Vorbesprechung im Parlament hatte die Initiative bisher allerdings einen schweren Stand. Sowohl im National- als auch im Ständerat sprach man sich deutlich dagegen aus.

Föhn will Rückzug der Initiative
Für Föhn kein Grund sich aufzuregen, im Gegenteil. Der Ständerat spricht von einem Erfolg: «Was den Kanton Schwyz und die ganze Innerschweiz betrifft, haben wir unser Ziel bereits erreicht», erklärt er. Bevor man die Initiative lanciert habe, seien nämlich auch im Kanton Schwyz Bestrebungen im Gang gewesen, schon früher als heute mit Sexualkunde zu beginnen. «Ich habe das inoffiziell erfahren», sagt Föhn. Dank der Initiative sei man dann aber – gerade im Hinblick auf den Lehrplan 21 – nochmals über die Bücher gegangen und habe einige Anpassungen vorgenommen. «Sonst würde der Sexualkundeunterricht auch im Kanton Schwyz künftig anders aussehen», ist Föhn überzeugt. Nun will er sich sogar dafür einsetzen, dass die Initiative zurückgezogen wird. «Bald steht die nächste Sitzung an», verrät Föhn. Ob die Initiative tatsächlich zurückgezogen wird, hängt nun unter anderem davon ab, ob sie auch in den anderen Kantonen schon den vom Komitee gewünschten Effekt erzielt hat. Denn solange die Initiative nicht angenommen wird, kann nach wie vor jeder Kanton selbst entscheiden, wie er das Thema Sexualkunde angeht.
Allen Anfang nahm diese Geschichte im Kanton Basel-Stadt. Dort wurde vor einigen Jahren ein sogenannter Sexkoffer mit Unterrichtsmaterialien für die Sexualkunde eingeführt. Beim Amt für Volksschulen und Sport des Kantons Schwyz kann man die Hysterie in Sachen Sexualkunde nicht nachvollziehen. «Im Kindergarten sowie zu Beginn der Primarschule werden im Kanton Schwyz keine sexualkundlichen Themen behandelt», sagt Reto Stadler, Leiter Schulentwicklung und -betrieb. Und er betont: «Daran wird sich auch im Hinblick auf den Lehrplan 21 nichts ändern.» Sowieso ist im Lehrplan gar nicht festgelegt, wie viele Lektionen und ob überhaupt Lektionen für Sexualkunde in Anspruch genommen werden. Das liegt im Ermessen des Lehrers.

Die Bildungskommission des Ständerats lehnt die Initiative zum Schutz vor Sexualisierung in Kindergarten
und Primarschule ohne Gegenstimme ab. Ausschlaggebend bei dem Entscheid war die problematische
Umsetzung und die Autonomie der Kantone im Bildungsbereich.

Ausserdem stellt Sexualkundeunterricht, der an den Volksschulen erteilt wird, nach Ansicht der Kommission
einen wirksamen Schutz vor sexuellen Übergriffen, Teenagerschwangerschaften und sexuellen Krankheiten
dar, wie es in einer Mitteilung der Parlamentsdienste vom Freitag heisst.

Der Nationalrat hatte die Initiative im März mit grosser Mehrheit zur Ablehnung empfohlen. Diese verlangt,
dass Sexualkunde in der Schule erst ab dem neunten Altersjahr unterrichtet werden darf. Unterricht zur
Prävention von Kindsmissbrauch wäre aber schon ab dem Kindergarten möglich. Danach soll der
Sexualkundeunterricht bis zum vollendeten zwölften Altersjahr freiwillig sein.

Auslöser für die von rechtskonservativen Kreisen lancierten Initiative war der sogenannte „Sex-Koffer“, der in
baselstädtischen Schulen zum Einsatz gekommen war. Er enthielt Material für den Sexualkundeunterricht,
was eine erregte Debatte über das Thema auslöste.

01.05.2015 – sda Die Nachrichtenquelle

Aus dem St. Galler Tagblatt vom 16.4.2015

Die Informationen in dieser Zeitung vom 3.und 5. März dieses Jahres zum Sexualkundeunterricht an den Schulen sind oberflächlich. Die Notwendigkeit des Sexualkundeunterrichts ist zu bejahen, aber über das Entscheidende – die Art und Weise der Ausführung – wird kein Wort verloren. Dabei sind Fakten vorhanden:
Im Folgenden einige Ausschnitte aus dem Methodenbuch «Sexualpädagogik der Vielfalt», 2. Auflage 2012, das in Basel bereits angewendet wird:
Seite 75: Der neue Puff für alle: Die Schüler setzen sich mit Sexualitäten und deren Lusterfüllung auseinander […] Berücksichtigung vielfältiger Lebens- und Liebesweisen […].
Seite 99: Warum werden Menschen heterosexuell?
Seite 122: Voll Porno […] die bisherigen Erfahrungen der Teilnehmenden mit der Pornographie sind zu berücksichtigen. […]. Gespräch über den eigenen Pornokonsum […].
Meine Bemerkungen dazu: In der Schule sollen Kinder aufgeklärt werden, aber mit Respekt vor der Persönlichkeit des Kindes und seiner Intimsphäre. Aufklärung heisst beispielsweise, den Schülerinnen und Schülern die Ergebnisse wissenschaftlicher Untersuchungen zum Pornokonsum mitzuteilen. Die eigentlichen Motive sind Frust und Langeweile im Alltag, dem man entfliehen möchte.
Die Jugendlichen kennen Pornos, aber detailliert darüber zu diskutieren verletzt ihre Intimsphäre und macht den Konsum zur Normalität. Als Argument wird oft genannt, dass die Schüler über ihr Handy sowieso Pornos sehen können. Aber gerade deshalb ist es wichtig, die dahinterliegenden Motive aufzuarbeiten, anstatt sich auf die gleiche Ebene zu begeben. Denn dann findet Sexualisierung und nicht Aufklärung statt.
Ebenso wenig hilft diese Art des Unterrichts dem Kind, zu unangenehmen Berührungen «Nein» zu sagen. Dazu ist der Schüler viel eher in der Lage, wenn ihm auch in der Schule Wertschätzung und Anerkennung entgegengebracht wird – wenn er Selbstvertrauen entwickelt hat und sich traut, eine eigene Meinung zu vertreten.

Gisbert Otto
Waldeggstrasse 24, 9500 Wil

Statt «Porno» als Schulfach einzuführen – ein Thema das die Schüler im Übrigen bereits aus dem Effeff kennen -, würde man besser die Schwerpunkte mehr auf Staatskunde legen. Die Jungen dazu animieren, sich mehr politisch zu interessieren. Wie funktioniert das Stimm- und Wahlwesen? Warum gibt es immer wieder Kriege? Wie fülle ich eine Steuererldärung aus? Und so weiter. Es gibt sicher eine lange Liste von sehr interessanten Wissensgebieten, die mehr bringen, als den Jungen beibringen zu wollen, wie man den Geschlechtsverkehr vollzieht! Wie gesagt, das wissen die ohne das Zutun der Schulen.

CIPRIANO BERTOLI, MUTTENZ

Basellandschaftliche Zeitung, 25.03.2015

Der Sexualkundeunterricht in der Schule als Ergänzung zur Aufklärung durch die Eltern ist unbestritten und wichtig: Sexuellen übergriffen, ungewollten Schwangerschaften und sexuell übertragbaren Krankheiten muss präventiv durch Aufklärung entgegengewirkt werden. Aber die «Sexualisierung unserer Gesellschaft» hat in Kindergärten nichts zu suchen! Ein Kind soll frei von jeglichem Drang, sich mit der Sexualität auseinandersetzen zu müssen – ohne dass es von sich aus dafür bereit ist – aufwachsen dürfen. Ist eine Neugier da, soll darauf eingegangen werden, sowohl von Eltern als auch von Lehrerinnen und Lehrern. Aber kein Kind, welches noch nicht bereit dafür ist, darf dazu gezwungen werden. Aufklärung ist wichtig und kann vor sexuellen Übergriffen schützen. Doch Missbrauchsprävention ist keinesfalls mit sexueller Aufklärung gleichzusetzen. Ein Kind braucht kein detailliertes Bild eines Geschlechtsteils um zu wissen, dass Fremde es nicht an Intim- zonen berühren dürfen. Im übrigen werden sexuelle Übergriffe nicht nur von Erwachsenen verübt. Auch unter Kindern und jugendlichen kommen diese vor und können gravierende Schäden in der Psyche eines Kindes anrichten. Lässt man Kinder im Kindergarten mit Plüschpenissen und Plüschvaginal spielen, wird nichts anderes erreicht, als dass solche Vorfälle sogar provoziert werden. Mein Sohn soll im Kindergarten mit Autos spielen und Bilder von Regenbögen malen, und sich keine Gedanken über Geschlechtsverkehr machen müssen!

Elias Meier,
Präsident JCVP Sursee,
JCVP Kantonsratskandidat
Nottwil
Anzeiger Michelsamt, 19.03.2015

«Sexualkunde: Ab welchem Alter ist sie sinnvoll?», Ausgabe vom 3. März

Der Sexualkundeunterricht in der Schule als Ergänzung zur Aufklärung durch die Eltern ist unbestritten und wichtig: Sexuellen Übergriffen, ungewollten Schwangerschaften und sexuell übertragbaren Krankheiten muss präventiv durch Aufklärung entgegengewirkt werden. Aber die Sexualisierung unserer Gesellschaft hat in Kindergärten nichts zu suchen.

Ein Kind soll frei von jeglichem Drang, sich mit der Sexualität auseinandersetzen zu müssen – wenn es noch nicht von sich aus dafür bereit ist – aufwachsen dürfen. Ist eine Neugier da, soll darauf eingegangen werden, sowohl von Eltern als auch von Lehrerinnen und Lehrern. Aber kein Kind, welches noch nicht bereit dafür ist, darf dazu gezwun- gen werden. Aufklärung ist wichtig und kann vor sexuellen Übergriffen schützen. Doch Missbrauchsprävention ist keinesfalls mit sexueller Aufklärung gleichzusetzen. Ein Kind braucht kein detailliertes Bild eines Geschlechtsteils, um zu wissen, dass Fremde es nicht an Intimzonen berühren dürfen.

Im Übrigen werden sexuelle Übergriffe nicht nur von Erwachsenen verübt. Auch unter Kindern und Jugendlichen kommen diese vor und können gravie- rende Schäden an der Psyche eines Kindes anrichten. Lässt man Kinder im Kindergarten mit Plüschpenissen und Plüschvaginen spielen, wird nichts anderes erreicht, als dass solche Vorfälle sogar provoziert werden. Mein Sohn soll im Kindergarten mit Autos spielen und Bilder von Regenbögen malen und sich keine Gedanken über Geschlechtsverkehr machen müssen.

ELIAS MEIER, KANTONSRATSKANDIDAT JCVP, NOTTVVIL
Neue Luzerner Zeitung